Bromsilbergelatine [1]


Bromsilbergelatine [1]

Bromsilbergelatine. Beim Vermischen von wässerigen Lösungen von Bromkalium und Gelatine mit Silbernitrat entsteht ein sehr feinverteilter Niederschlag von Bromsilber, der in Form einer Emulsion in der Gelatinelösung suspendiert bleibt. Anfangs mißt das Korn des Bromsilbers ca. 0,0003 mm und zeigt geringe Lichtempfindlichkeit; durch halbstündiges Kochen in. neutraler oder saurer Lösung kann die Lichtempfindlichkeit sehr gesteigert werden, ebenso durch Zusatz von Ammoniak schon bei 30–40°. Bei diesem Prozeß, dem sogenannten »Reifen«, vergrößert sich das Bromsilberkorn merklich (ca. 0,003 mm bei unregelmäßiger, meist länglicher, mitunter kristallinischer Form), bleibt aber immer noch sein genug, um tadellose photographische Negative damit erzeugen zu können.

Die Gelatinemulsion wird in Gallertform, durch Waschen mit Wasser, von löslichen beigemengten Salzen befreit, geschmolzen, filtriert, mittels Gießmaschinen auf Glasplatten aufgetragen und getrocknet. Die Zusammensetzung der Emulsion beim Reifen, die Qualität der Gelatine, die Temperatur beim Reifen sind von entscheidendem Einflusse auf die Qualität, besonders auf die Lichtempfindlichkeit der Emulsionsplatten. Bromsilbergelatine ist das lichtempfindlichste Präparat, das man kennt. Extrarapidplatten des Handels geben schon bei einer Belichtung von 0,02 Kerzenmetersekunden einen durch den photographischen Entwickler nachweisbaren Lichteindruck. Man verwendet die Bromsilbergelatine zu Porträt-, Moment-, Landschaftsaufnahmen und andern verschiedenartigen Zwecken der Photographie.


Literatur: Eder, Ausführl. Handbuch der Photographie, 5. Aufl., Bd. 3, Halle a. S. 1903; Miethe, Lehrbuch der prakt. Photographie, 2. Aufl., Halle a. S. 1902; Vogel, Handbuch der Photographie, 4. Aufl., Bd. 3, Berlin 1894; Abney, Treatise on Photography, 10. Aufl., London 1901; Schaum, Struktur der Negative, Marburg a. L. 1900.

J.M. Eder.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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