Leimen [1]

Leimen [1]

Leimen, das Verbinden der Bestandteile bei Holzarbeiten durch Bestreichen mit Leimlösung und Erhärtenlassen der Leimung.

Das Verfahren beim Zusammenleimen von Holzstücken muß mit Aufmerksamkeit ausgeführt werden, wenn die Verbindung sehr seit und wenig bemerkbar sein soll. Die Leimfuge soll sein und kaum sichtbar sein, was ein genaues Zusammenpassen der Bestandteile und ein gehöriges Aneinanderpressen derselben während des Trocknens des Leimes voraussetzt. Eine dicke Leimfuge steht nicht nur schlecht aus, sondern hält auch weniger fest. Man streicht den Leim, der weder zu dick noch zu dünn sein darf, schnell, gehörig heiß, dünn und gleichmäßig auf die Holzflächen, spannt letztere mit Schraubzwingen (Leimzwingen, s.d.), erforderlichenfalls mit eignen Pressen (Leimpressen, s.d.) fest zusammen, bis der Leim getrocknet ist. Hat man dünne schmale Holzblätter (Furniere) irgendwo aufzuleimen, so genügt oft schon das Anreiben mit der Finne eines Hammers, und man braucht dann keine Schraubzwinge. Poröse Hölzer, welche den Leim stark einsaugen, werden zweckmäßig durch eine Leimtränke, d.h. durch Bestreichen mit sehr dünnem Leim (Leimwasser), vorbereitet und dann wie vorstehend behandelt. Auf Flächen, welche mit dem Zahnhobel (s. Hobeln) etwas rauh gemacht sind, haftet der Leim besser als auf sehr glatten, besonders wenn das Holz von dichtem Gefüge ist. Auf Hirnholz haftet er beim Aufstreichen gewöhnlich nicht so gut als auf Aderholz; man hilft hiergegen durch das vorläufige Reiben mit Knoblauch oder Befeuchten mit Branntwein. Fett, das sich auf einer Leimfuge vor dem Aufstreichen des Leimes befindet, verhindert das feste Anhaften des letzteren, so daß es in dieser Beziehung schon nachteilig ist, die abgehobelten Fugen mit der Hand zu überfahren. Vorteilhaft ist es, die zu leimenden Teile vor dem Aufstreichen des Leimes zu erwärmen. Gutausgeführte Leimung gibt eine feste und dauerhafte (jedoch heftigen Schlägen nicht widerstehende) Verbindung; nur auf sehr dichten Hölzern (wie Buchsbaum, Ebenholz, Pockholz) hält der Leim weniger gut. Nach darüber angestellten Versuchen [1] kann man als annäherndes Ergebnis annehmen, daß bei gutgeleimten ebenen Flächen für jedes Quadratmillimeter Fläche zum Auseinanderreißen erforderlich sind – vorausgesetzt, daß die zerreißende Kraft rechtwinklig gegen die Leimfläche und ohne Stoß wirkt –, wenn Hirn an Hirn geleimt ist, 1 (Ahorn) bis 1,50 kg (Rotbuchenholz), wenn Aderholz an Aderholz liegt (wobei es einerlei ist, ob die Fasern der beiden Stücke gleichlaufen oder sich kreuzen) 0,25 (Tannen) bis 0,75 kg (Buchen). Ueber die verschiedenen Leimarten s. Leim.


Literatur: [1] Karmarsch-Fischer, Mechan. Technologie, Leipzig 1890, Bd. 2, S. 698.

E. Müller.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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