Leimzwinge

Leimzwinge

Leimzwinge oder Schraubzwinge [1], ein Hilfswerkzeug des Tischlers u.s.w. zum Zwecke des Zusammendrückens oder Zusammenhaltens geleimter Verbindung (s. Leimen) bis zum Festwerden des Leimes. Die in sehr verschiedenen Größen angewendeten Zwingen sind hufeisenförmige Bügel, bei denen je ein Horn sich gegen das Holz oder eine Beilage legt, während das andre eine Schraube enthält, deren entsprechend ausgestattetes Ende auf die entgegengesetzte Seite des Holzes drückt. Auch Klemmzwingen oder Klemmknechte [2] werden statt der Schraubzwingen verwendet.

Die gewöhnliche hölzerne Schraubzwinge ist schwach und leidet an dem Uebelstand, daß das Drehen der Schraube viel Zeit erfordert, wenn die Maulweite in erheblicherem Grade geändert werden soll. Der Ersatz des Holzes durch Metall beseitigt nur den ersteren Uebelstand; behufs Hebung des letzteren sind mannigfache Einrichtungen erdacht worden. Eine[133] hübsche Lösung stellt untenstehende Figur dar [3]. In dem einen Horn des aus getempertem Guß bestehenden hufeisenförmigen Bügels ist die kurze, hohle, rechtsgängige Schraube s drehbar. Die Spindel a vermag man in der einen Stellung in ihrer Längsrichtung frei in der Schraube s zu verschieben. Beim Rechsherumdrehen fassen aber die Zähne zweier an der Spindel befindlicher Zahnstangen x in solche mit Anschlagleisten y, welche in der Schraube s sitzen, und heben damit die Verschiebbarkeit auf. Durch Linksdrehung der Spindel kommen die Zahnstangen wieder außer Eingriff. Behufs Einspannung schiebt man die Spindel bis zur Berührung mit den einzuspannenden Gegenständen und dreht die Spindel so weit rechts, wobei die Schraube s sich ebenfalls dreht, bis der gewünschte Druck erreicht ist. Das Lösen wird durch Linksdrehung ausgeführt, wonach die Spindel frei verschoben werden kann. Als besondere hierhergehörige Hilfswerkzeuge sind zu nennen: Leimpressen (s.d.), Gehrungszwingen, Rahmenspanner [4] u.s.w.


Literatur: [1] Exner-Pfaff, Werkzeuge und Maschinen zur Holzbearbeitung, Weimar 1883, Bd. 3, S. 15. – [2] Karmarsch-Fischer, Handbuch der mechanischen Technologie, Leipzig 1888, Bd. 1, S. 578; Zeitschr. des Ver. deutsch. Ing. 1891, S. 80; Dingl. Polyt. Journ. 1891, Bd. 281, S. 249; 1898, Bd. 307, S. 10. – [3] Karmarsch-Fischer, a.a.O., S. 577. – [4] Dingl. Polyt. Journ. 1893, Bd. 287, S. 64.

E. Müller.

Leimzwinge

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

См. также в других словарях:

  • Leimzwinge — s.u. Leimen 1) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Leimzwinge — Leimzwinge, s. Schraubenzwinge …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Leimzwinge, die — Die Leimzwinge, plur. die n, bey den Tischlern, zwey starke Breter mit zwey senkrechten Zapfen, zwey Breter, welche mit ihren Schärfen zusammen geleimet werden sollen, darin zusammen zu zwingen, oder fest zu keilen …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Leimen [1] — Leimen, 1) zwei Gegenstände dadurch an einander befestigen, daß man sie mit in Wasser gekochtem Tischlerleim mittelst eines Borstenpinsels bestreicht, zusammendrückt u. so trocknen läßt. Die Leimfuge muß möglichst sein sein; oft macht man beim L …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schraubenzwinge — (Leimzwinge), Werkzeug aus drei rechtwinklig miteinander verbundenen Holzstücken (⊏) oder einem entsprechend geformten Eisenstück mit einer durch einen der Arme gehenden langen Schraube, dient zum Zusammenpressen z. B. hölzerner Gegenstände beim… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Knecht — Knecht, s.v.w. Bankknecht, s. Hobelbank. Als Knecht wird auch der gerade hölzerne Stab der Tritt (Spinn )räder bezeichnet, der auf die Kurbel gehängt wird und unten an den Fußtritt befestigt ist. – Unter Schraubknecht (Leimknecht) versteht… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Leimpresse — oder Leimzwinge (s.d.) dient behufs Raumersparnis für solche Fälle, wo man viele Bretter auf einmal paarweise aneinander zu leimen hat – etwa zur Bildung von Fußböden. Bei der gewöhnlichen Einrichtung (s. die Figur) stehen auf einem schmalen …   Lexikon der gesamten Technik

  • Pressen [1] — Pressen bezeichnet allgemein die Ausübung eines ruhigen Drucks (Gegensatz: Schlag, Stoß) auf ein Material zu einem bestimmten Zweck mit Hilfe entsprechender Werkzeuge oder als solcher dienender Elemente. Die maschinellen Vorrichtungen zur… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Schraubzwinge — Schraubzwinge, Hilfsmittel zur zeitweisen Verbindung zweier Teile aus beliebigen Stoffen, vorzüglich Holz, Metall; vgl. a. Leimzwinge, Bd. 6, S. 132 …   Lexikon der gesamten Technik

  • Zulage — Zulage, 1. das vom Zimmermann zugerichtete, zur Balkenlage, Fachwänden und Dachstuhl gehörige Holzwerk, das in der Art, wie es zusammengehört, aufeinandergelegt ist; 2. ein Holzstück, das beim Furnieren geschweifter Flächen dazu dient, das… …   Lexikon der gesamten Technik


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