Ehrenfriedhöfe für Krieger

Ehrenfriedhöfe für Krieger

Ehrenfriedhöfe für Krieger. – In den Kampfgebieten konnte wohl nur in den seltensten Fällen bei der Wahl des Begräbnisplatzes die Möglichkeit der späteren Erhaltung bedacht oder ein Ort ausgesucht werden, der den Gefallenen eine schöne und würdige Ruhestätte bleibt. Ost konnten die Gefallenen auch gar nicht in einem gemeinsamen Friedhof bestattet werden. Obwohl die Gräber möglichst dort erhalten werden sollen, wo sie von der kämpfenden Truppe angelegt wurden, empfiehlt sich doch in Fällen, wo die Gräber wegen ihrer Lage gefährdet sind, zu ihrer dauernden Sicherung ein Umbetten und Zusammenlegen. Bei einer solchen Neuanlage ist ein hervorstechender Punkt der Landschaft auszusuchen, entweder eine das alte Schlachtfeld beherrschende Höhe oder ein alter, schon vorhandener Baumbestand. Der Kriegerfriedhof soll schon von weitem als solcher in seiner besonderen Eigenart erkannt werden. Anpassung des Grundrisses der Friedhof anläge an das Gelände ist eine Hauptbedingung. Für alle Gräber auf einem Friedhof ist eine einheitliche Form zu wählen, sie betont die Kameradschaftlichkeit und Gleichheit der hier Begrabenen und ergibt durch ihre Aneinanderreihung das besondere Bild des Kriegerfriedhofes. Die Anlagen sind bei aller Würdigkeit doch so einfach zu gestalten, daß sie ohne besonderen Aufwand an Pflege oder Kosten dauernd eindrucksvoll bleiben.

Der geschlossene Eindruck solcher Ehrenfriedhöfe wird noch betont durch die Schmückung der Gräber mit einheitlichen, schlichten Zeichen, Kreuzen aus hartem Holze, Stein oder Eisen und Stein- oder Eisenplatten, die auf die Gräber gestellt oder gelegt werden. Wo nicht eine besondere dauernde und liebevolle Pflege möglich ist, verzichtet man am besten auf besondere gärtnerische Anlagen, man bedecke die Gräber mit immergrünen Pflanzen, setze Bäume, die der Landschaft und dem Klima entsprechen, und umfriedige die ganze Anlage mit Hecken, Mauern aus Feldsteinen oder Erdwällen. Der Eindruck eines solchen Friedhofes wird stets ein schöner, ernster und ausdrucksvoller sein. – Soll der Friedhof durch ein Denkmal betont werden, so wählt man am besten einfache Findlinge oder Bruchsteine, prunkhafte Grabmale mit Figuren[162] passen nicht zu den schlichten Soldatengräbern. – Liegen Soldatengräber auf einem Friedhofe mit anderen Gräbern zusammen, so kann man versuchen, sie für sich zu einer wirkungsvollen Anlage zusammenzufassen und durch eine Mauer, Hecke oder Baumgruppe von den übrigen Gräbern abzuschließen.

Senfft.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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