Schlägel- und Eisenarbeit


Schlägel- und Eisenarbeit

Schlägel- und Eisenarbeit. Die Arbeit mit Schlägel und Eisen war neben dem Feuersetzen bis zur Einführung der Schießarbeit beim Bergbau im 17. Jahrhundert die wichtigste Gewinnungsarbeit für feile Gesteine, jetzt dient sie nur als Hilfsarbeit bei der Schießarbeit zum Zubrüsten und Abtreiben; außerdem findet sie da Anwendung, wo die bei der Schießarbeit unvermeidliche Zerklüftung und Erschütterung der Stöße vermieden werden soll, z.B. beim Grubenausbau zum Herrichten von Anfall und Bühnloch für das Einbauen von Hölzern, zum Hauen von Widerlagern für Mauerbögen u. dergl.

Das Schlägel, auch Fäustel genannt (Fig. 1), besteht aus Gußstahl, es soll, um das Prellen zu verhüten, nach einem Halbmesser von 50 cm gebogen sein. Das Auge ist rechteckig oder elliptisch, damit das etwa 25 cm lange Helm fest sitzt. Das Gewicht beträgt 1–11/2 kg. Das Eisen oder Bergeisen (Fig. 2) bestand früher aus Eisen mit verstählter Spitze, es ist jetzt ganz aus Stahl gefertigt, etwa 15 cm lang und 2 cm stark. Die Spitze, auch Oertchen genannt, ist verhältnismäßig stumpf, doch schlanker in mildem gedrungener in festem Gestein; das andre Ende ist eben und heißt die Bahn Das Eisen ist mit einem Auge versehen, wird jedoch gewöhnlich lose auf einen Helm gefleckt, um das weitere Eindringen in Klüfte nicht zu hindern; man zieht in diesem Falle den Stiel heraus und benutzt das Eisen als Spitzkeil. Da sich die Spitze leicht abnutzt, wird eine Anzahl Eisen auf den Eisenriemen (Fig. 3) aufgereiht und mittels desselben auf der Schulter ein- und ausgeführt. Der Eisenriemen war früher wirklich ein lederner Riemen, seit langer Zeit fertigt man jedoch die abgebildete Vorrichtung aus Eisen. Bei Ausführung der Arbeit wird mittels des Fäustels auf das mit der linken Hand geführte Eisen geschlagen, in zerklüftetem Gestein wird das Eisen in die vorhandenen Klüfte eingetrieben, und es wirkt als Keil, in ganzem Gestein werden parallel verlaufende Furchen (auch Brunnen genannt) ausgearbeitet und darauf die zwischen denselben stehen gebliebenen Grate nachgenommen. Schlägel und Eisen gekreuzt sind das alte bergmännische Wahrzeichen.

Treptow.

Fig. 1.
Fig. 1.
Fig. 2.
Fig. 2.
Fig. 3.
Fig. 3.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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