Düne


Düne

Düne, wallartig geformte Anhäufungen von lockerem und staubförmigem Sand, erzeugt durch Wind, vornehmlich an sandigen und flachen Meeresküsten. Die Dünenwälle entliehen dadurch, daß der flach über die Wellen nach dem flachen Ufer Streichende Wind von diesem ebenso flach reflektiert wird und hierbei den zur Zeit der Ebbe trockenen Sand aufnimmt, ihn landeinwärts trägt und im Windschatten fallen läßt und aufhäuft.

Die Dünen sind in ihrer Längserstreckung demnach der Küste parallel und zu der Windrichtung senkrecht. Ihre der Küste zugewendeten Abhänge sind flach; die landeinwärts gerichteten zeigen den natürlichen Böschungswinkel des lockeren Sandes. Durch den Wechsel in der Windstärke und in dem Reflexionswinkel wird der dünenartig abgelagerte Sand meist alsbald wieder vom Wind aufgenommen und noch weiter landeinwärts befördert, der alte Wall wird abgetragen und ein neuer hinter demselben aufgeschüttet, die Düne »wandert«. Wie an den flachen Meeresküsten die Stranddünen, so können überall, wo lockerer, trockener Sand vom Wind getroffen wird, Dünen erzeugt werden, also auch inmitten des Festlandes die Inlandsdünen, z.B. in der Sahara, Libyschen Wüste, im norddeutschen Tiefland, in der Rheinebene (Hessen) u.s.w. Die in beständiger Ortsveränderung sich befindenden Dünensande und die meist große Trockenheit und Dürre gestatten nur selten die Ansiedlung der Vegetation, und so gewähren Dünengebiete[152] einen durchaus kahlen, nackten, ungemein sterilen Eindruck. Täler in Dünen besitzen meist feuchten Untergrund und daher auch ziemlich kräftige Vegetation. Der Dünensand erweist sich im Querschnitt deutlich, aber selten horizontal, meist transversal und schräg wie in Sandkegel geschichtet und besteht vorwiegend aus abgerundeten Quarzkörnern, zum geringen Teil aus anderm Material, z.B. aus zerriebenen Muschelschalen am Meeresstrand. Die Gegenwart letzterer und damit von kohlensaurem Kalk ist für die landwirtschaftliche Benutzung der Dünen besonders wichtig. Die Korngröße liegt in der Hauptsache um 1 mm Durchmesser, bei den Stranddünen wächst sie mit Annäherung gegen die Kulte. Die Höhe der Dünen erreicht im Ostseegebiet 70 m.

Um das Wandern der Dünen und dessen nachteilige Folgen, die Ueberschüttung der benachbarten Gebiete mit Sand, zu verhüten, hat man zunächst versucht, durch Erbauung von Vordünen am Strand die Aufnahme des Sandes durch den Wind hier zu verhindern. Dann wurde, um den Sand der Düne selbst an seinen Ort zu binden, die Anpflanzung mit solchen Grasarten versucht, die das Uebersanden und den Anprall der geschleuderten Sandkörner ertragen, z.B. mit Arundo arenaria, Elymus arenarius. Ist durch sie die Oberfläche der Düne leidlich befestigt, so geschieht die weitere Bepflanzung durch Kieferarten, die Seestrand- und die Krummholzkiefer, nachdem eine Verbesserung des Bodens, d.h. eine Erniedrigung der Durchlässigkeit für Wasser und Luft, durch Zufuhr von Lehm, Moorerde vorausgegangen ist.


Literatur: Krause, Der Dünenbau, Berlin 1850; Berendt, Geologie des Kurischen Haffs, Königsberg 1869; Müller, Verhandlungen des preuß. Forstvereins, 1881; Wessely, Der Flugsand und seine Kultur, Wien 1873; Lehnpfuhl, Münchner akadem. Hefte, 1892; Sokolów, N.A., Die Dünen; Bildung, Entwicklung und innerer Bau, übersetzt von A. Arzruni, Berlin 1894; Gerhardt, P., Handb. d. deutschen Dünenbaues: Jentzsch, A., Geologie der Dünen, Berlin 1900.

Leppla.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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