Spundpfähle


Spundpfähle

Spundpfähle (Nutpfähle) dienen zur Bildung der Spundwände (s.d.) und unterscheiden sich von den Rundpfählen (s. Pfähle) dadurch, daß sie einen im allgemeinen rechteckigen Querschnitt haben und an den schmalen Langseiten mit einer Spundung versehen sind.

Die Dicke der Spundpfähle beträgt 10–25 cm; solche, die unter 15 cm Dicke besitzen, heißen auch Spundbohlen; die Breite wählt man nicht gern unter 25 cm und nicht über 35 cm. Man wählt für die Spundpfähle meist Nadelholz, jedoch entweder möglichst frisches oder solches, welches im Wasser gelegen hat, da trockenes Holz nach dem Einrammen quellen und die Spundwand sich herausdrängen würde. – Die Form der Spundung ist verschieden ausgeführt worden: 1. Dreieckige Spundung, Spundung durch Spindel oder Pfeil (Fig. 1); Wasserdichtheit nicht sehr groß, jedoch Ausführung sehr einfach. 2. Quadratische Spundung (Fig. 2); Wasserdichtheit größer. 3. Trapezförmige Spundung (Fig. 3); fester als die vorhergehende, weil die Spunde infolge stärkerer Wurzel weniger leicht abbrechen. 4. Spundung mit eingesetzten Federn (Fig. 4); letztere werden aus hartem Holz oder aus Bandeisen gebildet; Wasserdichtheit sehr bedeutend, nicht unwesentliche Holzersparnis. Spundungen mit komplizierterer Querschnittsform sind schwierig herzustellen und unvorteilhaft. Während Rundpfähle an ihrem unteren Ende mit einer Spitze versehen werden, erhalten Spundpfähle eine Schneide (Fig. 5 und 6); um einen möglichst innigen Zusammenschluß der Pfähle, also einen hohen Grad von Wasserdichtheit zu erzielen, schrägt man die Pfahlschneide an der einen Seite (Fig. 5) ab oder, noch besser, man stellt die Schneide selbst schief her (Fig. 6). Bei steinigem Boden erhalten die Schneiden eiserne Pfahlschuhe (Fig. 79), die aus zwei stärkeren Blechen zusammengeschmiedet werden. Am oberen Ende werden die Spundpfähle eben und normal zu ihrer Längsrichtung abgeschnitten; Pfahlringe kommen ziemlich seiten vor. Spundpfähle werden meist eingerammt; doch können sie auch mittels Wasserspülung in den Boden eingetrieben werden.

Schmitt Darmstadt.

Fig. 1., Fig. 2., Fig. 3., Fig. 4.
Fig. 1., Fig. 2., Fig. 3., Fig. 4.
Fig. 5., Fig. 6.
Fig. 5., Fig. 6.
Fig. 7., Fig. 8., Fig. 9.
Fig. 7., Fig. 8., Fig. 9.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.