Sinkstück


Sinkstück

Sinkstück, Senkstück, ist eine lehr große, etwa 6–25 m breite, 12–50 m lange, 1–2 m dicke, systematisch geschichtete und gebundene Strauchlage, welche, auf entsprechendem Gerüste hergestellt, schwimmend zur Baustelle gebracht und hier durch Draufschütten von Beschwerungsmaterial auf die Sohle versenkt wird.

[139] Sie sind für den Buhnenbau an der Meeresküste, als Fundamentschicht für Buhnenköpfe, Kupierungen (s.d.) u. dergl. vorteilhaft zu verwenden. Die Herstellung des Sinkstückes ist folgende: Auf den zum späteren Abrollen des fertigen Werkes dienenden Rundhölzern der eine schiefe Ebene bildenden Gerüstung wird zuerst ein Wippen- oder Wurftrost (der Unterrost) ausgeführt. Dies ist ein quadratisches, etwa 1 m weites Netz aus zwei kreuzweise gelegten Scharen von Wippen; an den Kreuzungspunkten sind die letzteren mit Leinen, Luntleinen genannt, festgebunden, welche, entsprechend lang, noch mit provisorisch in den Boden gefleckten Stangen, den Luntpfählen, in die Höhe gehalten werden. Auf demselben Rost wird dann, eine Lage Strauchwerk bezw. aufgelöster Faschinen (s.d.) ausgebreitet; jede noch darüber folgende derartige Lage wird quer über die nächstuntere gelegt. Ist so die gewünschte Dicke des Sinkstücks erreicht, dann kommt schließlich zu oberst, gleich dem unteren, auch ein Wurftrost, der Oberrost, um dessen Kreuzungsstellen die vorerwähnten Luntleinen fest angezogen und gebunden werden. Um eine größere Schicht Beschwerungsmaterial auf die obere Fläche des Sinkstücks werfen zu können, bringt man am Umfange derselben noch einen Flechtzaun (s.d.) an. Vor dem Abrollen werden das Haltetau, welches das Abrutschen verhinderte, sowie die vor die Walzen gefleckten Pflöcke gelöst bezw. entfernt; die mit ins Wasser schwimmenden Hölzer holt man auch mittels Luntleinen, die an sie angebunden sind, heraus. An die Seiten des schwimmenden Sinkstücks legen sich die das Beschwerungssteinmaterial enthaltenden Schiffe, an welche es mittels der Tragetaue befestigt wird; nun erfolgt der Transport zur Baustelle, indem man das Ganze mit Hilfe von an jedem Fahrzeuge und am Sinkstücke angebrachten Haltetauen lenkt, die an Uferpflöcken oder Ankern angreifen.

Hervorzuheben ist noch eine verstärkte Bauart von Sinkstücken. Dabei wird etwa jede zweite Wurst nach einer gestreckten Schraubenlinie mit Stahldraht umwickelt, und an einigen Kreuzungspunkten geschieht das Zusammenbinden der beiden Wippenröste auch mit Stahldraht statt der Luntleinen. Beim Molenbau im Brunsbütteler Hafen des Kaiser-Wilhelm-Kanals fertigte man sowohl den Unter- als auch den Oberrost der zur Fundamentausfüllung benutzten Sinkstücke nur aus Eisenbändern, die aus je zwei 31/2 turn dicken Drähten zusammengeflochten waren, und das Abbinden erfolgte mit 11/2 mm dicken verzinkten Luntdrähten.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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