Passigdrehen, Passigdrehbank

Passigdrehen, Passigdrehbank

Passigdrehen, Passigdrehbank. Passigdrehen bezeichnet die Bearbeitung von Arbeitsstücken durch Drehen (s.d.), wobei während einer Umdrehung des Arbeitsstücks dieses selbst oder das Werkzeug in der Regel mehrfach sich wiederholende Verschiebungen ausführt, so daß die Bearbeitung nach Kurven (z.B. Wellenlinien) erfolgt.

Ist die Kurve eine Ellipse, so spricht man von Ovaldrehen (s.d.). Das in Bd. 5, S. 62 t erwähnte Hinterdrehen fällt ebenfalls unter den Begriff des Passigdrehens.

Die Passig- oder Unrunddrehbänke kommen in folgenden Ausführungen vor:

A. Die zum Passigdrehen notwendige Verschiebung (s. oben) führt das Werkzeug aus, so daß also dieses während einer Umdrehung des Arbeitsstücks hin und her bewegt wird. Man verwendet hierfür rotierende Schablonen (Patronen), mit deren Hilfe der Werkzeugsupport die hin und her gehende Bewegung ausführt. Die Form dieser Schablonen läßt sich vereinfachen, wenn die Verschiebung sich verschiedenemal gleichmäßig während einer Umdrehung des Arbeitsstücks wiederholt, indem man die einer Verschiebung entsprechende und während einer solchen sich einmal drehende Schablone der Anzahl der Wiederholungen entsprechend oft sich drehen läßt.

B. Die zum Passigdrehen notwendige Verschiebung wird vom Arbeitsstück ausgeführt, das sich außerdem um seine Achse dreht: a) Muß die Verschiebung der Form des Arbeitsstücks entsprechend in der Richtung der Achse der Drehbankspindel erfolgen, so ist diese so zu lagern, daß sie sich in der Richtung ihrer Achse verschieben kann. Ihre Verschiebung erfolgt (Fig. 1) mit Hilfe einer Schablone (Patrone) e, die, auf der verschiebbaren Achse f befestigt, sich mit dieser dreht und gegen einen feststehenden Stift oder Rolle g mit Hilfe eines Gewichts oder einer Feder angedrückt wird. –

[47] b) Muß die Verschiebung senkrecht zur Drehachse erfolgen, so wird bei der Verwendung von Schablonen der Spindelstock um eine Achse schwingend oder auch parallel verschiebbar angeordnet. Die Schablone a (Fig. 2) sitzt auf der Spindel d und wird durch Gewicht oder Feder gegen einen feststehenden Stift b angedrückt. – Ohne Verwendung von Schablonen arbeitet die Passigdrehbank (Universaldrehbank) von Koch & Müller. Bei dieser durchläuft die Achse während eines Arbeitsstücks n-mal einen Kreis [1].


Literatur: [1] Kick, Fr., Vorlesungen über mechan. Technologie, 2. Aufl., Leipzig und Wien 1908, S. 446–449. – [2] Karmarsch und Heerens Techn. Wörterbuch, 1877, 3. Aufl., Bd. 2 S. 699. – [3] Weisbach-Herrmann, Lehrbuch der Ingenieur- und Maschinenmechanik, Braunschweig 1906, 2. Aufl., 3. Teil, 3. Abt., 1. Hälfte, S. 982–987. – [4] Ebend., S. 972–982. – [5] Verhandl. des Ver. zur Beförderung des Gewerbefleißes in Preußen 1876, S. 310.

A. Widmaier.

Fig. 1.
Fig. 1.
Fig. 2.
Fig. 2.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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  • Passigdrehen — (Passichtdrehen, Bassigdrehen), die Herstellung ovaler und anderer nicht kreisrunder Formen mittels besonderer Vorrichtung auf der Drehbank (Passigdrehbank), wobei entweder das Werkzeug oder das Werkstück außer der Drehung eine radiale… …   Kleines Konversations-Lexikon

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