Leinöl [1]


Leinöl [1]

Leinöl, ein durch Auspressen von Leinsamen dargestelltes gelbes bis bräunlich gefärbtes Oel von süß-bitterem, nachträglich kratzendem Geschmack und eigentümlichem Geruch. S.a. Oelfabrikation.

Das Oel ist in 16 Teilen Aether und in 40 Teilen Alkohol von gewöhnlicher Temperatur löslich, mit Terpentinöl in allen Verhältnissen mischbar, siedet bei 230° C, fängt auf 380–420° C. gebracht von selbst zu brennen an, wobei es sich bis zu Sirupkonsistenz verdickt. Leinöl hat in hohem Grade die Eigenschaft, aus der Luft und beim Kochen mit sauerstoffreichen Körpern Sauerstoff aufzunehmen, seine Bestandteile wesentlich zu ändern, rasch auszutrocknen, mit einem Worte das zu bilden, was wir Firnis und Firnisüberzug nennen. Es wird dermalen meist aus. russischer, ostindischer, argentinischer, La-Plata u.s.w. Saat und Saat aus den Ostseeprovinzen, in Holland und England gewonnen (die Leinölproduktion andrer Länder, z.B. Bayerns, Oberösterreichs[134] u.s.w., ist unbedeutend) und ist namhaften Verfälschungen ausgesetzt, so namentlich mit Rüböl (wenn es der Preis gestattet), Hanföl, Fischtran, Kompositionsölen aus Harz, Petroleum, Harzöl u.s.w.; auch Fälschungen durch Vermischen des Leinsamens mit Leindotter sind beobachtet worden. Es findet seine Hauptanwendung zu Anstrichzwecken, in der Fabrikation von Lacken, Firnissen, zu weißen Seifen (Schmierseifen) u.s.w.; kaltgepreßtes Leinöl wird in einigen Gegenden noch als Speiseöl benutzt.

Andés.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Leinöl — Rohstoffpflanze(n) Gemeiner Lein (Linum usitatissimum) Farbe gold grünlich Inhaltsstoffe Ölsäure 10–22 %[1] Linolsäure …   Deutsch Wikipedia

  • Leinöl [2] — Leinöl. Das frischgeschlagene Leinöl hat in einzelnen Gegenden Deutschlands, z.B. in Berlin, schon immer als Speiseöl gedient; das abgelagerte Oel fand nur zu technischen Zwecken, namentlich in der Seifenfabrikation, in der Lack und… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Leinöl — (Oleum lini), fettes, gelbes, schnell trocknendes, aus dem Leinsamen geschlagenes Öl; innerlich bei Koliken, Verstopfung, nach genossenen starken Giften, äußerlich zu lindernden, erweichenden Einreibungen u. Klystiren anwendbar, wegen seiner… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Leinöl — (lat. Oleum Lini), das fette Öl aus den Samen der Flachspflanze (Linum usitatissimum). Beim kalten Pressen gewinnt man aus den zerkleinerten Samen etwa 20 Proz. eines hellgelben Öls von schwachem Geruch und Geschmack, das aber leicht ranzig wird …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Leinöl — Leinöl, fettes, trockenes Öl aus den Samen der Flachspflanze (Linum usitatissĭmum L.), gelblich oder dunkelgelb, besteht aus dem Glyzerid der Leinölsäure mit wenig Palmitin und Stearin. Kalt geschlagenes, frisches L. dient bisweilen als Speiseöl …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Leinöl — Flachsöl * * * Lein|öl 〈n. 11; unz.〉 aus Leinsamen gepresstes Öl, Gemisch von verschiedenen Glycerinestern mit meist ungesättigten Fettsäuren * * * Lein|öl, das: aus Leinsamen gewonnenes Öl, das u. a. als Speiseöl verwendet wird. * * * Lein|öl,   …   Universal-Lexikon

  • Leinöl — Lein·öl das; nur Sg; ein Öl, das aus Leinsamen gewonnen wird und mit dem man auch Salate anmacht …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Leinöl — Lingöl (et) …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • Leinöl — Lein|öl …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Leinöl-Firnis — Leinölfirnis ist ein honiggelbes, leicht dickflüssiges Anstrichmittel. Inhaltsverzeichnis 1 Anwendungsbereich 1.1 Herstellung von Ölfarben 2 Zusammensetzung 3 Verarbeitung 4 Ök …   Deutsch Wikipedia