Kloben

Kloben

Kloben, s.v.w. Haspen, Bandhaken, Stützhaken, Stützkegel, der am Tür- oder Fensterpfosten oder -futter befestigte eiserne Haken oder Dorn, Kegel, in dem das Band, mit runder Schleife eingehängt, sich dreht und seine feste Unterstützung findet.

Man unterscheidet: 1. Spitzkloben (Fig. 1), die einfachste Art, aus einem Stücke ausgeschmiedet, wird 6–8 cm in das Holz eingeschlagen. Bei Schwinden oder Spalten des Holzpfostens muß eine Lockerung in diesem eintreten und der genaue Anschlag der Türe verloren gehen; deshalb ist es vorteilhafter, 2. den Kloben auf Platte (Fig. 2) aufzunieten und letztere mit vier bis sechs Nägeln, besser Schrauben, am Anschlag zu befestigen. Der Kloben wird dann aus zwei Teilen bestehen, dem Dorn, um den sich das Band legt, und der Stütze, die als Hülfe den Dorn umfaßt und mit dem letzteren durch eine Niete verbunden oder durch einen Stift verbohrt ist. 3. Bei Kloben in Stein ist die Stütze etwa 25 mm stark in den Stein einzukitten (Fig. 3) und zum besseren Halte an den Kanten aufzuhauen. Bei schweren Türen oder Toren wird der Dorn höher und die Stütze aus zusammengelegten und vernieteten Lappen gebildet (Fig. 4). Bei großen, schweren Toren kommt 4. der Stützkloben zur Anwendung. Bei diesem ist der Dorn nach unten verlängert und wird am unteren

[514] Ende ebenfalls in Stein eingelassen (Fig. 5). Bei einfachem Beschläge endigt der Kegel oder Dorn stumpf oder mit flachem Kopfe; bei reicherer Ausstattung erhält er eine formale Ausbildung durch gedrehte oder gegossene Knöpfe, sogenannte Kegel, in Zink, Eisen oder Messing, die einzustiften sind. – Um die Bewegung der schweren Türen möglichst zu erleichtern, ist die Reibung des Bandes auf dem Kloben tunlichst zu verringern. Dies wird erreicht, wenn der auf der Bandhülfe eingesetzte Zierknopf (Fig. 6) fest eingeschraubt auf dem flach gerundeten oberen Ende des Doms aufsitzt, so daß das Band nicht mehr den oberen Rand des Klobens berührt. Wird durch eine schräggeführte Oeffnung an den Drehpunkt Oel zugeführt, so wird die Beweglichkeit sehr gefördert. Fig. 7 und 8 sind Lappenkloben in Holz und Stein; letzterer hat den Vorteil, daß das Einsetzen in Stein durch zwei Schrauben statt durch einen größeren Lappen geschieht und bei Senkungen leicht nachgeholfen werden kann.

Weinbrenner.

Fig. 1., Fig. 2., Fig. 3., Fig. 4., Fig. 5., Fig. 6.
Fig. 1., Fig. 2., Fig. 3., Fig. 4., Fig. 5., Fig. 6.
Fig. 7., Fig. 8.
Fig. 7., Fig. 8.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

См. также в других словарях:

  • Klöben — ist: ein anderer Ausdruck für klaiben ein anderer Ausdruck für einen Stuten Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe …   Deutsch Wikipedia

  • Kloben [1] — Kloben, 1) so v.w. Talje; 2) so v.w. Flaschenzug; 3) an Gewichtuhren hölzerne Scheiben, auf der Stirne mit einer Kimme, in welcher die Schnur des Gewichts geht. 4) Röhre von gegossenem Messing, welche in großen Uhren den Wechsel u. das Stundenrad …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kloben [2] — Kloben, Werkzeug zum Fangen kleiner Vögel; insonderheit Meisen, besteht aus zwei neben einander stehenden 3–4 Fuß langen, äußerlich runden; inwendig der Länge nach gekerbten u. ineinander[585] passenden Stäben. Sie sind ein rundes Stück Holz… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kloben — Kloben, ein Gehäuse, worin eine oder mehrere Rollen drehbar sind (auch Flasche oder Schere genannt). Stützkloben ist ein mit Spitze zum Einschlagen in Türpfosten versehener Bügel mit Dorn zum Anhängen der Türbänder; Schienenkloben, soviel wie… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kloben — Kloben, die Flasche (s.d.) des Flaschenzugs. (S. auch Feilkloben.) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Klöben — * Klöben, spalten, ein Niederdeutsches Wort, S. Klieben …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Kloben — Kloben,der:⇨Klotz(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Kloben — Sm std. (11. Jh.), mhd. klobe gespaltener Stock zum Festhalten, Fessel , ahd. klobo, as. fugalklobo gespaltenes Holz zum Vogelfang , as. klobo Fußfessel Stammwort. Aus g. * klubōn m. Spalte , auch in anord. klofi Felsspalte, Türfuge , afr. klova… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Klöben — Sm Kuchen mit Rosinen per. Wortschatz ndd. (20. Jh.) Stammwort. Zu klof Spalte gebildet (weil dieser Kuchen zusammengeklappt wird, so daß er auf halber Höhe eine Spalte hat). Also der eine Spalte hat . Weiter zu klieben spalten . deutsch s.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Kloben — »Klotz, Stück Holz, Haken«: Zu dem unter ↑ klieben »‹sich› spalten« dargestellten Verb gehören im Sinne von »Gespaltenes, Spalt« mhd. klobe »gespaltenes Holz (zum Klemmen, Festhalten, Fangen); gabel oder hakenförmige Halte oder… …   Das Herkunftswörterbuch


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