Fischbein [2]

Fischbein [2]

Fischbein, weißes (Tintenfischbein, Sepiaknochen, Os Sepiae, Os de Sèche), die im Mantelrücken der Sepie ausgeschiedene Kalkschulpe.

Die Sepie oder der Tintenfisch (Sepia officinalis L.), ein zu den Kopffüßern (Cephalopoden) gehöriges Weichtier, kommt in den europäischen Meeren vor. Die kleinen, bis 10 cm langen Schulpen sollen von Sepia elegans Blainv. stammen. Die Stücke werden meist am Meeresstrande gesammelt, an dem sie angeschwemmt werden, wenn die Tiere abgestorben und. Das weiße Fischbein ist länglich-eiförmig, platt, auf beiden Seiten flach gewölbt, 15–30 cm lang, in der Mitte 4–9 cm breit, bis 2,5 cm dick, am Rande scharfkantig, unten fast papierdünn. Die äußere Schicht (Rück- oder Außenseite) besteht aus einer dünnen, knochenharten, gelblichweißen, perlmutterglänzenden Kalkschale, an deren Außenseite punktförmige Höcker, in konzentrischen Bogen geordnet, sich erheben. Darauf folgt eine hornige Lamelle, die besonders an dem unteren Rande sichtbar hervortritt; die innerste Schicht setzt sich aus sehr leicht zerreiblichen, dünnen, rein weißen, schief nach aufwärts gerichteten, schwach gebogenen, parallel laufenden Blättchen zusammen, die von senkrecht zur Fläche gestellten Kalknadeln gebildet werden. Diese Blättchen bedingen die Anwendung des weißen Fischbeins; sie werden herausgeschabt, gepulvert, gesiebt und dienen zum Polieren seiner Hölzer, des Meerschaumes, Elfenbeins, der Knochen, zur Herstellung seiner Gußformen für Goldarbeiter, als Zusatz zu Lackfarben, zu Zahnpulver u.s.w. Weißes Fischbein ist geruchlos, hat einen schwach salzig-erdigen Geschmack, löst sich in Salzsäure unter Aufbrausen, wobei ein gallertiger Rückstand verbleibt. Der Hauptsache nach besteht es aus Calciumkarbonat. Reichert (1887) fand 2,88% Wasser, 86,66% unorganische Substanz; nach John sind 7% Leim und 9% gallertige Membran enthalten. Zusammensetzung der Asche: Calciumkarbonat 77,34, Chlornatrium 1,44, Kaliumsulfat 1,24. Chlorkalium 0,05, Calciumphosphat 0,33, Magnesiumkarbonat 0,37, in Salzsäure unlösliche, unorganische Substanz 4%.

T.F. Hanausek.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

См. также в других словарях:

  • Fischbein — ist das Material, aus dem vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert Korsettstäbe, Reifrock Reifen, Sonnenschirmstreben und andere Modeartikel gefertigt wurden. Heutzutage wird Fischbein in Japan als Teil der Theaterpuppenmechanik im Bunraku… …   Deutsch Wikipedia

  • Fischbein [1] — Fischbein, schwarzes (Baleine, Whale bone, Whale fins), die am Gaumen des grönländischen Bartenwales (Balaena mysticetus) sitzenden dreieckigen, seltener viereckigen, in Querreihen angeordneten Hornplatten, die sogenannten Barten. Eine geringere… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Fischbein — die hornartigen, schwarzen oder grauen Barden, welche dem Wallfische statt der Zähne dienen. Die obere Kinnlade dieses gewaltigen Thieres ist mit ungefähr 500 solcher Barden besetzt, davon die längsten in der Mitte stehen und gegen 12 Fuß lang… …   Damen Conversations Lexikon

  • Fischbein — Fischbein, das aus den Barten des Wallfisches gewonnene Material, aus elastischen Stäben bestehend, welche zu Stöcken, zu Schirmgestellen u. anderen elastischen Fabrikaten benutzt werden. Die Operation, durch welche die Barten zu F. umgewandelt… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Fischbein — Fischbein, mehr oder weniger sichelförmig gekrümmte hornartige Platten, die mit ihren breiten Flächen aneinander liegen und zu je 250–300 an jeder Seite des Rachens der Walfische am Oberkiefer und Gaumenknochen sitzen. Diese Barten zerfasern sich …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fischbein — Fischbein, die Barten im Oberkiefer des Walfisches, oft 50 kg schwere Hornlagen, gespalten, gereinigt und in Stäbe geschnitten zu Stöcken, Schirmgestellen, Korsetteinlagen etc. verwendet. Weißes F., s.v.w. Sepia …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Fischbein — Fischbein, s. Walfisch; das weiße F., die Schale des Tintenfisches, wird von den Goldarbeitern und Juwelieren in Pulverform gebraucht …   Herders Conversations-Lexikon

  • Fischbein — Fischbein,das:⇨Horn(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Fischbein — Bein: Die Herkunft des altgerm. Wortes für »Knochen« (mhd., ahd. bein, niederl. been, engl. bone, schwed. ben) ist dunkel. – In Wendungen wie »durch Mark und Bein«, »Fleisch und Bein«, »Stein und Bein« (↑ Stein) ist die alte Bed. »Knochen«… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Fischbein — Fịsch|bein 〈n. 11; unz.〉 1. Horn aus den Barten der Bartenwale 2. daraus gefertigte Stäbchen für Mieder * * * Fịsch|bein, das <o. Pl.> ↑ [Bein (5)]: hornartige Substanz aus den Barten des Bartenwals, die früher bes. zur Herstellung von… …   Universal-Lexikon


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