Blechbearbeitung


Blechbearbeitung

Blechbearbeitung. Zur Herstellung fertiger Gebrauchsgegenstände aus Blech sind Trennungs-, Formänderungs-, Verbindungs- und Vervollkommnungsarbeiten erforderlich. Die Einzelheiten der Bearbeitung sind folgende:

1. Trennungsarbeiten. Hierher gehört das Schneiden mittels Scheren zur Herstellung gerader und kurvenförmiger Schnitte, das Aushauen runder Löcher oder beliebig geformter Ausschnitte mit dem Aushauer, das Lochen und Durchstoßen (Schneiden) mit dem Durchschlag und dem Lochstempel der Lochstanzen zur Erzeugung von Niet- und Schraubenlöchern und zur Herstellung von Siebböden und Zierblechen. Das Sägen findet zur Erzeugung tiefer, seiner Einschnitte Anwendung, das Hobeln zur Bearbeitung von Blechkanten, das Bohren zur Erzeugung von Niet- und Schraubenlöchern.

2. Formänderungsarbeiten. Außer den Arbeiten, bei denen in der Hauptsache ein Biegen stattfindet, sind hierher zu rechnen die Arbeiten, bei denen eine Verschiebung und ein Fließen des Metalls vor sich geht. Zu der ersten Gruppe gehört das Biegen von Kanten und Rundungen, das Richten oder Geradestrecken von Blechen, das Sieken zur Herstellung halbrunder, rinnenförmiger Vertiefungen, das Bördeln zur Herstellung eines Hohlrandes an Blechgefäßen, das Falzen zum Zwecke der Verbindung von Blechen, wobei die umgebogenen und zusammengedrückten Blechränder ineinander greifen. Zur zweiten Art gehören das Drücken zur Herstellung von Gefäßen, das Treiben mit dem Hammer oder mit Punzen zur Erzeugung von Blechgefäßen und Schmuckgegenständen und zur Darstellung erhabener Figuren (getriebener Arbeiten); ferner die Vorgänge des Pressens, Stanzens, Ziehens, Prägens, die ein besonderes Gebiet für sich bilden und die in ihrer Wirkung ineinander übergehen. Es kommt bei ihnen darauf an, daß ein Stempel durch Druck- oder Schlagwirkung gegen ein über einer Matrize liegendes Blech gepreßt wird. Unter Pressen versteht man den ruhigen, beständigen Druck [1], der als Ursache der Wirkung des Prägens (Schneidens, Durchstoßens) vorausgehen muß. Der Ausdruck Stanzen bezieht sich auf eine schlagende, stoßende Wirkung sowohl zum Zwecke der Hohlbildung als des Lockens. Der Vorgang des Ziehens vollzieht sich unter stetigem Drucke und bildet den Uebergang vom Pressen zum Stanzen (s. Pressen).

3. Verbindungsarbeiten. Das Falzen (s. unter 2.) findet Anwendung bei Herstellung von Gefäßen, Ofenröhren und Dachdeckungen aus dünnem Blech, das Löten (Weich- und Hartlöten) zur Herstellung dichter Verbindungen, das Schweißen besonders zur Herstellung von Röhren. Das Nieten ist die häufigste Verbindungsarbeit und kommt bei Blechen jeder Stärke zur Ausführung. Ost findet zur Erzeugung fester und dichter Verbindungen Löten und Falzen (wasserdichte Gefäße) oder Löten und Nieten (Dampfrohre) statt.

4. Vervollkommnungsarbeiten. Diese haben den Zweck, den Blechwaren ein gutes Aussehen zu geben oder sie gegen Rost zu schützen, oder sie bezwecken beides zugleich. Hierher gehören das Polieren mit Polierpulver oder dem Polierstahl und das Glätten, Abschlichten und Ausschlichten mit dem Polier- oder Ausschlichthammer bei getriebenen Gegenständen; das Ueberziehen mit Oxydschichten bei der Herstellung von Glanzblechen und das Brünieren; ferner das Ueberziehen mit Glasflüssen (Emaillieren) bei Koch- und Küchengeschirren und die Herstellung von Metallüberzügen. Diese werden auf mechanischem Wege hergestellt beim Verzinnen (s. Weißblechfabrikation), Verzinken (galvanisiertes Eisen) und Verbleien, auf mechanischem oder galvanischem Wege beim Verkupfern, Vernickeln, Versilbern, Vergolden. Das Plattieren findet besonders bei Kupferblech mit Gold, Silber und Platin, bei Eisenblech mit Kupfer und Silber statt.


Literatur: [1] Kannegießer, Das Pressen, Stanzen und Prägen der Metalle, Leipzig 1903.

Dalchow.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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