Schneiden [1]


Schneiden [1]

Schneiden verwendet man an Stelle von Zapfen mit einseitiger Druckrichtung, an Hebeln mit beschränkter Ausschlagweite, wenn die Kräfte in bestimmten Punkten angreifen sollen und die Schwingungen möglichst reibungsfrei zu halten sind.

Die Schneiden sind geradlinig so geschliffen, daß je nach der Druckstärke der Schneidewinkel 45–120° beträgt. Sie werden wegen der Ausrichtung stets am Hebel angebracht, und zwar entweder als einfache Prismen nach Fig. 1 a und c in Schwalbenschwanznuten eingesetzt und verstemmt, seltener mit Beilagen nach Fig. 2 eingespannt oder nach Fig. 1 b als beiderseits vorragende Querträger in Aussparungen des Hebels eingeschlagen oder verkeilt, wobei der Querschnitt in der Mitte für seine Schneiden rund, für starke rechteckig ist und auf 1000 bis 2000 kg/qcm Biegungsspannung beansprucht werden kann. Gegen Verschiebung schützen Stoßplatten (Fig. 1 d), die an den schrägen Stirnflächen nur einen Punkt an der Schneidkante treffen, gegen Abspringen der Gehänge freistehende Stifte (Fig. 1 a und c).

Die Pfannen sind meist kantig (vgl. Fig. 1) oder rund (vgl. Fig. 2) ausgeschliffen mit reichlichem Spielraum für den Ausschlag; sie dürfen eben sein, wenn die Lage der Schneide beiderseits durch Laschen gesichert wird, deren Bolzengelenke in der Verlängerung der Schneide liegen.

Schneiden und Pfannen bestehen aus glashartem oder blaßgelb angelassenem Stahl Wegen der äußerst geringen Breite im Auflager (s.d.) ist der Flächendruck ungewöhnlich hoch. Es scheint passend, die Länge der Schneide (oder zweier Schneidehälften) in cm l = (1/2 bis 2/3P) für P kg Belastung des Gelenkes zu nehmen, aber mit dem Druck auf 1 cm Länge nicht über 3000–4000 kg zu gehen und bei nicht sehr hartem Material unter 2000 kg cm zu bleiben.


Literatur: s. Festigkeitsprobiermaschinen [6] und Wage.

Lindner.

Fig. 1., Fig. 2.
Fig. 1., Fig. 2.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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  • schneiden — V. (Grundstufe) etw. mit einem Messer in kleinere Stücke teilen Beispiel: Er hat das Papier in Streifen geschnitten. Kollokation: die Wurst in Scheiben schneiden schneiden V. (Aufbaustufe) sich mit einem scharfen Gegenstand verletzen Beispiele:… …   Extremes Deutsch

  • Schneiden [3] — Schneiden, autogenes, von Eisen, das z.B. im Schiffsbau zum Zuschneiden starker Bleche, Panzerplatten, zum Ausschneiden von Oeffnungen in solchen, von Mannlöchern in Kesselblechen, beim Zerlegen abzubauender Eisenkonstruktionen u.s.w. wachsende… …   Lexikon der gesamten Technik

  • schneiden — schneiden: Das gemeingerm. starke Verb mhd. snīden, ahd. snīdan, got. sneiÞan, aengl. sniđan, schwed. snida hat keine sicheren außergerm. Beziehungen. Ablautend gehören die dt. Substantive ↑ Schneise, ↑ Schnitt, Schnitte und die Intensivbildung ↑ …   Das Herkunftswörterbuch

  • schneiden — Vst. std. (8. Jh.), mhd. snīden, ahd. snīdan, as. snīthan Stammwort. Aus g. * sneiþa Vst. schneiden , auch in gt. sneiþan, anord. sníđa, ae. snīđan, afr. snītha. Keine unmittelbare Vergleichsmöglichkeit. Am nächsten stehen keltische Wörter mit… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schneiden — Schneiden, 1) mit einem scharfen, mit einer Schneide versehenen Werkzeuge einen Gegenstand zertheilen od. wenigstens in ihn eindringen; 2) mittelst eines schneidenden Werkzeugs durch Entfernung einzelner Theile die Gestalt u. Form eines Dinges… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schneiden [2] — Schneiden, autogenes. Zur Klarstellung einer Reihe von Fragen beim autogenen Schneiden hat R. Plieninger [1] eingehende Versuche angestellt. Nach diesen Versuchen läßt sich die Schnittgeschwindigkeit nach dem Aussehen der Schnittfläche beurteilen …   Lexikon der gesamten Technik

  • schneiden — schneiden, schneidet, schnitt, hat geschnitten 1. Das Messer schneidet nicht. 2. Hast du ein Pflaster? Ich habe mich geschnitten. 3. Wann lässt du deine Haare schneiden? …   Deutsch-Test für Zuwanderer

  • Schneiden [1] — Schneiden, im Billardspiel, s. Billard, S. 876; im Whistspiel etc., s. Impasse …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schneiden [2] — Schneiden der Ferkel, soviel wie Kastration (s. d., S. 733) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon