Nagelherstellung [1]


Nagelherstellung [1]

Nagelherstellung. Als Rohmaterial bei Herstellung der Nägel kommen Walzstäbe, gezogener Draht und Blechstreifen und als Arbeitsverfahren für die Ausbildung des Nagelschaftes, der Spitze und des Kopfs Hämmern (Schmieden), Pressen, Walzen und Schneiden in Betracht. Von den verschiedenen Verfahren sind die wesentlichsten im nachfolgenden erwähnt.

A. Herstellung geschmiedeter Nägel. Man verwendet in der Hauptsache Flußeisen in Form von Rundeisen und gewalztem oder im Schneidwerk (s.d.) (Spaltwerk) geschnittenem Vierkanteisen (Schneideisen). Zur Bildung des Schafts, der Spitze und des Kopfs beim Schmieden von Hand dienen als Werkzeuge zur Herstellung kleiner und mittelgroßer Nägel der Amboß a, der Abschrot (Blockmeißel, Nagelschrot) b, das Nageleisen c auf dem Amboßstocke e und der Hammer d (Fig. 14). Das vierkantige Stabeisen wird im Schmiedefeuer auf Weißglut erhitzt, auf dem Amboß a Schaft und Spitze ausgeschmiedet und an der Stelle, welche den zu bildenden Kopf begrenzt, mittels der Schneide des Abschrotes b fast ganz abgehauen; schließlich wird der Schaft in das Loch des Nageleisens c gesteckt, die Stange durch eine leichte Wendung davon abgebrochen und der Kopf[571] mit einigen Hammerschlägen fertiggemacht. Das Nageleisen c, welches im Auge der eisernen Stütze c1 durch Verkeilen befestigt wird, hat an der Lochstelle für Nägel mit hohlen Köpfen eine gewölbte Erhöhung (Krone); für Nägel mit nach dem Schafte zu kegelförmigen Köpfen erhält es eine entsprechende Erweiterung des Loches. Durch einen Schlag mit dem Hammer von unten her wird der Nagel aus dem Loch herausgeschlagen. An Stelle der Kopfbildung aus freier Hand verwendet man besonders bei einfachen Kopfformen Gesenke (s.d.) die als Handgesenke aus einem kurzen Stück Flacheisen bestehen und an ihrem verstählten Ende die Form des zu schmiedenden Nagelkopfs tragen, oder Gesenke, die in einem Fallhammer eingesetzt sind, der in einfachster Form mit Hilfe einer an der Decke oder dem Dach der Werkstätte befestigten Holzrute in aufgehobener Lage gehoben und mit Hilfe des Fußes auf das im Nageleisen steckende Nagelwerkstück aufgeschlagen wird [8]. – Zur Herstellung großer Nägel werden die zum Schmieden erforderlichen kräftigen Schläge von einem Zuschläger mit einem schweren Hammer ausgeübt oder mechanische Hämmer bezw. Fallwerke angewendet. – Jeder Nagel wird in einer Hitze fertiggemacht, bei kleineren Nägeln werden zwei Stück in derselben Hitze hergestellt. Ein Nagelschmied verfertigt täglich in 12 Stunden 2000–2500 Schuhnägel (etwa 1 kg) oder 1500–2000 Schindelnägel (etwa 3–4 kg) oder 1500 Schloßnägel (2,5 kg), 1300 Hufnägel (7,5 kg), 500–600 große Brettnägel (5 kg) u.s.w. – Bisweilen werden Nägel nur roh von Hand vorgeschmiedet und auf Maschinen fertiggestellt, vgl. z.B. Herstellung der Hufnägel, S. 577. – Ueber Maschinen zum Schmieden vor: Nägeln vgl. Herstellung der Hufnägel.

B. Herstellung gewalzter Nägel. In Walzwerken (mit zwei oder vier senkrecht zueinander liegenden Walzen [Kreuzwalzwerk] u.s.w.), deren Walzen periodische Kaliber (s.d.) der Form des Nagels entsprechend besitzen, hat man die Umwandlung von Walzstangen in Stangen zusammenhängender Nägel versucht (vgl. [2], [5]). Das Verfahren hat kaum Anwendung gefunden. – Ueber die Anwendung des Walzens s.a. Herstellung der Hufnägel, S. 577.

C. Herstellung geschnittener Nägel (Schnittnägel). Als Rohmaterial dienen Blechstreifen oder Draht. Die Blechstreifen sind im Querschnitt von gleicher Dicke (Fig. 5) oder keilförmig gewalzt (Fig. 6) oder mit Erhöhungen an der den Nagelkopf ergebenden Stelle (Fig. 79). Die Herstellung der Schnittnägel beschränkt sich entweder auf das Schneiden oder es wird der geschnittene Nagel noch weiteren Operationen, z.B. Auftauchen eines Kopfes u.s.w., unterzogen. Je nach der Form der Messer und dem Querschnitt des Blechstreifens und der Lage der Schnitte kann man Schnittnägel mit keil- oder pyramidenförmigem Schaft und Spitze und mit oder ohne Kopf herstellen, vgl. Fig. 1015.

Fig. 16 und 17 zeigen eine Schere mit einem Untermesser i und zwei Obermessern k l, von denen das eine aufgeht, während das andre niedergeht. Um den Zapfen b dreht sich die hölzerne Zuführungsschiene a, in deren Rinne die Zange e entlang gleitet. Der von zwei Klammern geführte Blechstreifen g wird am Ende der Schiene a von der mittels Griffes f geschlossenen Zange e durch das Gewicht d, welches an der über Rolle c gelegten Schnur hängt, der Schere entgegengeführt. Die Schiene a wird durch die Stange p von einer passenden Daumenscheibe aus abwechselnd in die gezogene und die punktierte Lage gebracht, wobei sie[572] gegen die Stellschrauben n o stößt. Das Ende des Blechstreifens g stößt gegen die mittels Schraube einstellbare Feder m, welche um den abzuschneidenden keilförmigen Nagel von dem Untermesser i absieht. Das im Schlitten l1 eingespannte Obermesser l schneidet beim Niedergange vom Blechstreifen g einen Nagel ab, der durch den Spalt zwischen Schlitten l1 und Maschinengestell fällt. Gleich darauf wird die Schiene a mit dem Blechstreifen g von der Stange p in die punktierte Lage gebracht, worauf das andre in der höchsten Stellung befindliche Obermesser k einen neuen Nagel abschneidet. Aus den zwei Stellungen der Schiene a ergibt sich, daß die zwei Obermesser k l den Blechstreifen a in keilförmige Nägel nach Fig. 10 zerschneiden, wobei kein Abfall entsteht.

Statt dieser Schwingvorrichtung wird auch eine Wendevorrichtung (Fig. 1821) benutzt. In der Auskragung a des Maschinengestelles ist das Lager b und auf der Stütze c das Lager d für das Rohr e angebracht. Innerhalb desselben gleitet die den Blechstreifen g anfassende Zange f, welche durch die Stange h und die Schnur i vom Gewichte k vorwärts gepreßt wird. Um das Rohr e ist ein Riemen n geschlungen, dessen Enden mit den Armen der Gabel m auf dem Winkelhebel l verbunden sind. Der letztere wird von der Kurbelwelle p aus durch die Stange o hin- und herbewegt, so daß jedesmal das Rohr e um 180° hin- und hergedreht wird, folglich die etwas schräg gestellten Messer keilförmige Stücke vom Blechstreifen g abschneiden. Ueber die Leistungsfähigkeit der Blechnägelmaschinen von Malmedie & Co. in Düsseldorf gibt die Tabelle I Auskunft.


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Das Auftauchen von Köpfen an geschnittene Nägel erfolgt teils auf besonderen Maschinen (Klopfmaschinen), teils sind die Maschinen derart eingerichtet, daß sie sowohl das Schneiden als auch das Kopfanstauchen und eventuell die Ausbildung der Spitze besorgen [5]. Eine Maschine, welche das Schneiden und Kopfanstauchen ausführt, ist in Fig. 2230 dargestellt. Von der Kurbelwelle a aus wird durch Kurbelscheibe b mit Zapfen und Pleuelstange c der Arm d des um den Spitzzapfen e e schwingenden Haupthebels f bewegt. Letzterer trägt das Obermesser g, welches in Gemeinschaft mit dem Untermesser h vom Blechstreifen i einen Nagel t abschneidet, der niederfällt und von dem um k1 schwingenden, mittels Feder angepreßten Hebel k erfaßt und an den Schieber l1 (Fig. 29) im Karten l angedrückt wird. Gleich darauf wird die um u1, schwingende Feder u von der Kurbelwelle aus durch Daumenscheibe x, Hebel w und Stangen v v so verdreht, daß sie den Nagel t vorläufig festhält, ehe das Obermesser g in die Höhe geht. Von der Kurbelwelle a aus wird nun durch Daumenscheibe m der zweite, um Spitzzapfen o1 o1 schwingende Haupthebel o gehoben, welcher seine Klemmbacke p der festen Klemmbacke p1 (Fig. 30) unterhalb des Untermessers h entgegenführt. Dadurch wird der Nagel festgeklemmt. Während der Arm d des ersten Haupthebels f niedergeht, geht dessen Arm f1 aufwärts und dreht durch Bolzen q den dritten Haupthebel r um seine Achse r1 aufwärts. Derselbe trägt den Stempel s, welcher durch Stauchen den Nagelkopf bildet.

[573] Ueber das Schneiden von Nägeln aus Blechstreifen s.a. Herstellung der Absatzstifte, S. 575, und der Hufnägel, S. 576. – Wikschtröm & Bayer zu Düsseldorf stellen geschnittene Nägel mit angepreßtem Kopf aus Draht nach dem bei der Herstellung der Drahtstifte angegebenen Verfahren her. S.a. Herstellung der Schuhnägel, S. 576.

D. Herstellung der Drahtstifte. Das Material für die Drahtstifte ist hartgezogener Stahldraht von nicht zu großer Härte, damit die Kopf- und Spitzenbildung nicht zu schwierig wird. Die zur Herstellung der Drahtstifte dienenden Maschinen unterscheiden sich zunächst dadurch, daß die Kopfbildung entweder durch den Schlag eines von einer Feder betätigten Stempels (Drahtstift[schlag]maschinen) oder durch den ruhigen Druck eines von einer Kurbel bewegten Stempels erfolgt (Drahtstiftpressen). Die Leistungsfähigkeit der Drahtstiftpressen ist eine wesentlich größere als diejenige der Drahtstift-(schlag-) maschinen.

Eine sehr gebräuchliche Drahtstift(schlag)maschine (Hüffer & Gastrich, Aachen u.a.) ist in Fig. 31 und 32 dargestellt. – Die von der Maschine während einer Umdrehung vorzunehmenden Arbeiten sind: 1. Auftauchen des Kopfes; 2. Vorschieben des Drahts um die Nagellänge; 3. Bildung der Spitze und Abschneiden des Nagels. – Der von einem Haspel abgewickelte und in dem Richtapparat a geradegerichtete Draht wird während des Kopfanstauchens von zwei mit Kerben versehenen Klemmbacken (im Schieber e), über die er um die zur Bildung des Kopfs erforderliche Länge hervorragt, festgehalten; der eine dieser Klemmbacken ist feststehend, der andre mittels des Hebels i und der auf der Schwungradwelle sitzenden Daumenscheibe k beweglich. Zum Anstauchen des Kopfes dient der in Führungen verschiebbare Hammer l, der am linken Ende einen Stempel trägt und durch eine in der Regel aus zwei elastischen Hölzern gebildete Feder m m vorgeschnellt wird. Die Spannung der Feder erfolgt durch den Hammer bei seinem Rückgang, der durch einen Daumen auf der Schwungradwelle veranlaßt wird; die Federspannung und damit die Schlagstärke kann durch die Schraube s verändert werden. – Das Vorschieben des an seinem freien Ende mit dem Nagelkopf versehenen Drahts um die Nagellänge geschieht durch den Zuführapparat, welcher aus einem Schlitten besteht, der von dem der Länge des Drahtstifts entsprechend verstellbaren Kurbelzapfen. f mit Hilfe der Schubstange c hin- und herbewegt wird und eine Zange b trägt, die durch die Feder d geschlossen gehalten wird. Bei der Bewegung der Zange nach links gleitet sie auf dem von den Klemmbacken (s. oben) festgehaltenen Draht, bei der Bewegung nach rechts schiebt sie den freigegebenen Draht um die Nagellänge vor. – Die Bildung der [574] Spitze und das Abschneiden erfolgt durch die beiden Messer u1 u2 (Fig. 3335), die hinter den Schneidkanten eine Höhlung von der Form der Drahtstiftspitze besitzen; ihre Bewegung geschieht durch die Hebel o1 und o2 von den Daumenscheiben p1 p2 der Schwungradwelle aus (Fig. 32). Die Messer dürfen zur Vermeidung der Beschädigung der Schneidkanten nicht bis zur Berührung zusammentreffen; das Abtrennen des in der Regel mit dem Draht noch lose zusammenhängenden Stifts geschieht durch den kleinen Hebel q, der im Augenblick des Rückgangs der Messer niederfällt und den Stift vom Draht abschlägt. Die Schneidstähle werden zweckmäßig aus naturhartem Stahl angefertigt. Die Herstellung im Schaft gerauhter Nägel erfolgt mit Hilfe einer (ausrückbaren) Rauhvorrichtung (aus einem Preßbackenpaar oder einem Walzenpaar bestehend). Die Leistungsfähigkeit der Drahtstift(schlag)maschinen von Malmedie & Co., A.-G., Düsseldorf-Oberbilk, zeigt folgende Tabelle:


Nagelherstellung [1]

Die Drahstiftmaschinen zur Herstellung von Stiften mit besonders breiten Köpfen (Dachpappestiften) nehmen die Kopfbildung durch Doppelschlag vor. – Die Drahtstiftpressen zeichnen sich vor den Drahtstift(schlag)maschinen neben dem Vorteil größerer Leistungsfähigkeit noch dadurch aus, daß die Werkzeuge länger brauchbar bleiben, die Reparaturen geringer sind und das Geräusch vermindert ist. Die Aktiengesellschaft Malmedie & Co. in Düsseldorf-Oberbilk baut diese Drahtstiftpressen, deren sonstige Einrichtung den Drahtstiftschlagmaschinen gleicht, in zwei Ausführungen, die sich dadurch voneinander unterscheiden, daß bei den schnell laufenden Pressen alle Federn, die zum Zurückholen der Schneid- und Preßvorrichtungen, Abstreifer u.s.w. dienen und die den Uebelstand haben, daß sie allmählich erlahmen und die von ihnen betätigten Werkzeuge nicht rasch genug zurückweichen, durch zwangläufige Bewegungsorgane ersetzt sind.

Ueber die Leistungsfähigkeit geben die Tabellen II und III Auskunft.


Nagelherstellung [1]

Nagelherstellung [1]

[575] Zwecks Erzielung größerer Leistungsfähigkeit hat man Drahtstiftmaschinen gebaut, die bei jeder Umdrehung 2–10 Nägel fertigstellen. Diese Maschinen sind entweder von der Art der seither beschriebenen, verarbeiten jedoch bei jeder Umdrehung die entsprechende Anzahl der übereinander in die Maschine einlaufenden Drähte, weshalb die zum Abschneiden und Anspitzen dienenden Messer in einem gemeinsamen Rahmen befestigt sind, oder es sind mehrere einfache Maschinen zusammengekuppelt. Diese Mehrfachdrahtstiftmaschinen haben indessen den Nachteil, daß beim Auftreten einer Störung an einem Draht die ganze Maschine stillgesetzt werden muß.

Die obenbeschriebene Art der Spitzenbildung hat bisweilen zur Folge, daß bei nicht ganz tadellosen Messern der Abfall an den Drahtstiften hängen bleibt und diese Drahtstifte gewöhnlich weggeworfen werden müssen oder daß bei gut zusammenpassenden Messern der Abfall am Draht hängen bleibt und in den Kopf des nächsten Nagels hineingeschlagen wird, wodurch dieser verunstaltet wird. Diese Nachteile werden bei der ohne Abfall arbeitenden Drahtstiftmaschine (D.R.P. Nr. 136133) von Wikschtröm & Bayer in Düsseldorf [9] vermieden. Diese Maschine (Fig. 36 und 37) liefert bei jeder Umdrehung zwei Stifte. Der Draht wird mittels des Zuführapparats a durch die vor diesem befindlichen Richtrollen in die Maschine eingeführt. Mittels des Nockens b werden der Hebel c und das Kniegelenk d bewegt, das den Schieber e mit den Backenmatrizen f und g und dem Untermesser h vorwärts schiebt. Bei dieser Bewegung wirkt der Schieber e gleichzeitig auf den Abschneider i, der das für zwei Stifte erforderliche Drahtende abschneidet und zwischen die Kopfstempel k und l bringt, wo es durch die Backen f und g und den diesen gegenüberliegenden Backen m festgehalten wird. Nun bewegt der Daumen n auf der Hauptwelle durch den Kniehebel o den Messerschieber p mit dem Obermesser h1 (Fig. 3840) nach vorwärts und schneidet mit Hilfe des gegenüberliegenden Untermessers h den Draht diagonal durch und preßt die Spitze an. Zur gleichen Zeit werden die beiden Nagelköpfe durch die Stempel k und l gepreßt, die ihre Bewegung durch die Kniehebel s und t unter Einwirkung der Steuerkurven q und r erhalten. Zum Schluß geht der Schieber zurück und der Auswerfer u wirft die beiden fertigen Stifte nach unten. Die aus naturhartem Stahl bestehenden Messer lassen sich auf einer einfachen Schleifvorrichtung schärfen. Die Leistungsfähigkeit dieser Maschine geht aus Tabelle IV hervor.


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E. Herstellung der Absatzstifte. Die Absatzstifte werden aus Draht oder Blechstreifen hergestellt. Die Absatzstiftmaschinen, welche Draht verarbeiten, fertigen in der Regel zwei Stifte auf eine Umdrehung der Maschine an und arbeiten ohne Materialverlust (Abfall). In einfachster Weise werden die Stifte aus ○- oder ☐-Draht mit Hilfe der in Figur 41 und 42 dargestellten Backen und Messer hergestellt. Die beiden Backen a a[576] klemmen den Draht fest, worauf die Messer b b durch seitliche Bewegung gleichzeitig das vorstehende Drahtstück abschneiden und durch einen schrägen Schnitt in zwei Stifte teilen. – Wikschtröm & Bayer in Düsseldorf stellen Absatzstifte nach dem bei der Herstellung der Drahtstifte angegebenen Verfahren (unter Wegfall des Kopfanpressens) her; die Stifte werden also nach dem Durchschneiden des abgeschnittenen Drahtstücks noch gepreßt. Die Maschine Fig. 43, die den Draht von oben zugeführt erhält, liefert zwischen 700 bis 800 Stifte in der Minute.

Ein andres Verfahren besteht darin, daß der Draht mit Hilfe von Preßbacken pyramidenförmig (entsprechend Fig. 46) absatzweise ausgestreckt und an der Spitze, mit welcher der Stift an dem Draht hängt, durch ein Messerpaar, wie es bei den gewöhnlichen Drahtstiftmaschinen in Verwendung ist, abgetrennt wird.

Die Absatzstiftmaschinen, welche die Absatzstifte aus Blechstreifen ausschneiden, verarbeiten entweder Blechstreifen von gleicher Dicke, die abwechselnd, schräg nach Fig. 10 und 11, geschnitten werden, so daß keilförmige Stifte entstehen (Kayser-Nürnberg baut Absatzstiftmaschinen, die bis zu zehn Streifen auf einmal verarbeiten und 2500 Stifte in der Minute liefern) oder im Querschnitt keilförmig gewalzte Blechstreifen, aus welchen keilförmige Stifte durch Schnitte senkrecht zur Längenrichtung des Streifens (ohne Abfall) oder pyramidenförmige Stifte durch schräge Schnitte (mit Abfall) hergestellt werden. S.a. Herstellung geschnittener Nägel, S. 571.

F. Herstellung der Schuhnägel. Bei den Schuhnägeln ist in geringem Grade (besonders für Nägel mit seitlichen Lappen) die Herstellung durch Schmieden von Hand gebräuchlich (vgl. a. [8] und Herstellung der geschmiedeten Nägel S. 570). Weitaus die größte Menge der Schuhnägel wird indessen auf maschinellem Weg aus Draht hergestellt.

Ein Herstellungsverfahren besteht darin, daß aus ○ oder ☐ Draht Stücke von der Form Fig. 44 ausgeschnitten werden, worauf die am vorderen Ende festgehaltenen Arbeitsstücke einem Klemmbackenpaar zugeführt werden, welches sie während des nun folgenden Auftauchens des Kopfes (durch Schlag bei den Schlagmaschinen oder durch Pressendruck bei den Schuhnägelpressen) festhält. Bei andern Herstellungsverfahren wird der Draht an denjenigen Stellen, welche den Nagelschaft ergeben sollen, durch Preßbacken gestreckt. Durch ein erstes Preßbackenpaar wird der Draht bei a, Fig. 45, flachgedrückt, worauf nach dem Vorschieben diese Stelle durch ein zweites Preßbackenpaar bei b rundgedrückt wird; die beiden Preßbackenpaare können[577] gleichzeitig oder nacheinander ihre Wirkung ausüben. Gewöhnlich findet eine etwa dreifache Reduktion des Drahts statt. Aus dem unverändert gebliebenen Teil c des Drahts wird der Kopf d gestaucht, die Spitze wird wie bei Drahtstiften angeschnitten. Die Herstellung von Schuhnägeln mit pyramidenförmigen Schäften kann auch durch vier Preßbacken a b c d, die nach Fig. 46 gegeneinander gestellt sind, erfolgen; e ist der Kopfstempel. Die Anfertigung der Lappennägel muß in zwei Operationen geschehen; es sind deshalb die hierfür bestimmten Maschinen mit zwei Hämmern versehen. – Die Schuhnägelmaschinen sind entweder Schlagmaschinen oder Pressen; in der Regel wirkt der Hammer bezw. der Preßstempel zum Auftauchen des Kopfs in senkrechter Richtung, vgl. Fig. 47 (Malmedie & Co., Düsseldorf). – Die zu den Schuhnägeln gehörenden Tacks (Aufzwickstifte) werden aus Draht oder Blech nach bereits angegebenen Verfahren hergestellt.

G. Herstellung der Hufnägel. Als Rohmaterial eignet sich für Hufnägel am besten schwedisches Frischfeuereisen [11]. Das Schmieden der Hufnägel von Hand beschränkt sich fall ausschließlich auf weniger gangbare Sorten. Die gebräuchlichen Herstellungsverfahren der Hufnägel auf maschinellem Weg gewinnen zunächst einen rohen Hufnagel, der durch weitere Operationen fertiggestellt wird. Für die Darstellung des rohen Hufnagels sind folgende Verfahren in Gebrauch: a) Bei der Verwendung von gewalztem Profileisen wird für die Herstellung von Hufnägeln mit leichten Köpfen die Hufnagelrohform ausgestanzt; für die Herstellung von solchen mit schweren Köpfen werden die Hufnägel abgeschnitten und auf einer Presse der Kopf gestaucht. b) Bei der Verwendung von Vierkantdraht wird auf einer Kurbelpresse der Kopf angestaucht und hierauf in einer weiteren Maschine der Kopf und der Schaft (die Klinge) bearbeitet, c) Aus einer erhitzten Eisenstange werden auf einer mit Hämmern arbeitenden selbsttätigen Schmiedemaschine die Hufnägel vorgeschmiedet. Eine solche Hufnägelschmiedemaschine (C.W. Hasenclever Söhne in Düsseldorf) ist in Fig. 48 dargestellt. Nach dem Schmieden werden die Nägel in einer Putztrommel vom Hammerschlag befreit. Die nach einem der angegebenen Verfahren hergestellten rohen Hufnägel werden auf den Zwickmaschinen fertiggestellt, die in der Regel mit Hilfe von Walzen die Klinge strecken und die Spitze anschneiden. Die Werkstücke c, Fig. 49, werden in die Kerben des Ringes b, welcher sich um die Scheibe a dreht, eingeführt und werden ruckweise den Walzen g h zugeführt. Im richtigen Augenblick rückt der Klotz d etwas vor, dessen keilförmig gestellte Schienen e das Werkstückende an den Seiten einschließen. Zugleich wird eine nachgiebige Bahn f mit den zwei Walzen g h vorgeschoben, worauf diese abwärts gehen und das Werkstück strecken und gleichzeitig die Zwicke (dachförmige Abflachung der Spitze der Hufnägel) ausbilden. – Die Einrichtung nach Fig. 50 zeigt zwei Walzen a, b, von denen die eine, b, glatt und die andre, a, gefurcht ist. Das Werkstück c (vgl. Fig. 50) fällt auf das Ende der Furche und wird von den Walzen a, b umgeformt. – Die Bildung der Spitze erfolgt dadurch, daß eine Zange den am Nagelkopf gehaltenen Nagel d, Fig. 51, zwischen die Matrize g und den Stempeln bringt, welche in den Pfeilrichtungen sich bewegen und dabei den Nagel nach Fig. 52 beschneiden. Der auf dem Stempel hängende Abfall h wird beim Zurückgehen des Stempels e von einer Führung c abgestreift. Eine Zwickmaschine von C.W. Hasenclever Söhne in Düsseldorf ist in Fig. 53 dargestellt.


Literatur: [1] Ledebur, A., Handbuch der mechan.-metallurg. Technologie, 3. Aufl., Braunschweig 1905, S. 728. – [2] Haedicke, H., Die Technologie des Eisens, Leipzig 1900. – [3] Karmarsch u. Heeren, Technisches Wörterbuch, bearbeitet von Kick u. Gintl, Bd. 2, S. 668 (Drahtstifte), und Bd. 6, Prag 1883, S. 220. – [4] Karmarsch, K., Handbuch der mechan. Technol., 6. Aufl.,[578] bearbeitet von H. Fischer, Leipzig 1891, Bd. 2, S. 449. – [5] Codron, C., Procédés de forgeage dans l'industrie, Paris 1898, 2. Teil, 1. Abschn. – [6] Weisbach-Herrmann, Lehrbuch der Ingenieur- und Maschinenmechanik, 3. Teil, 3. Abt., 2. Hälfte, Braunschweig. – [7] Fehland, Fabrikation des Eisen- und Stahldrahts sowie der Drahtstifte, Weimar 1886. – [8] »Stahl und Eisen«, Düsseldorf 1902, S. 15 (Schwarz, Die Nagelschmieden der Wallonen). – [9] Ebend. 1902, S. 516; 1903, S. 1060; 1906, S. 299. – [10] Dingl. Polyt. Journ., Bd. 184, S. 115; Bd. 207, S. 184; Bd. 303, S. 151. – [11] Sitzungsberichte des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes in Preußen 1888, S. 79, (Möller, J., Ueber Hufnagelfabrikation).

A. Widmaier.

Fig. 1–4.
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Fig. 5., Fig. 6., Fig. 7., Fig. 8., Fig. 9., Fig. 10., Fig. 11., Fig. 12., Fig. 13., Fig. 14., Fig. 15.
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Fig. 16., Fig. 17., Fig. 18–21.
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Fig. 22–28., Fig. 29., Fig. 30.
Fig. 22–28., Fig. 29., Fig. 30.
Fig. 31.
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Fig. 32.
Fig. 32.
Fig. 33–35.
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Fig. 36 und 37.
Fig. 36 und 37.
Fig. 38–40.
Fig. 38–40.
Fig. 41 und 42.
Fig. 41 und 42.
Fig. 43.
Fig. 43.
Fig. 44., Fig. 45., Fig. 46.
Fig. 44., Fig. 45., Fig. 46.
Fig. 47., Fig. 48.
Fig. 47., Fig. 48.
Fig. 49., Fig. 50., Fig. 51., Fig. 52., Fig. 53.
Fig. 49., Fig. 50., Fig. 51., Fig. 52., Fig. 53.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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